Archiv für die Kategorie ‘Internet’

Mein Weg zur freien Lizenz

Bernd am Freitag, 02. April 2010

Als ich vor etlichen Jahren mit der Produktion von Musik begann, stellte sich sehr schnell die Frage, wie ich denn das Geschaffene als mein Eigentum kennzeichnen kann, das mir keiner wegnehmen kann. Meine größte Sorge dabei war, dass irgend jemand behauptet, es wäre sein und nicht mein Werk – monetäre Gesichtspunkte spielten dabei keine Rolle, da ich mit meinem Hobby kein Geld verdienen wollte. Als ich dann das Urheberrecht erstmals las, war ich sehr beruhigt, dass ich nicht etwa meine Urheberschaft irgendwo anmelden mußte, sondern dass sie bereits durch die Schaffung eines Werkes von vornherein da ist. Deswegen halte ich das Urheberrecht grundsätzlich für eine notwendige und richtige Einrichtung.

Mein Ziel war immer eine starke Verbreitung der klassischen Musik, die ich produziere. Deswegen legte ich Wert auf eine einfache
Bedienerführung und schnelle Erreichbarkeit meiner Seite und der enthaltenen Musik. Diese Strategie trug nach einigen Jahren Früchte: Die Seite wurde bekannt im Netz und die Musik wurde häufig heruntergeladen und in etlichen Projekten benutzt. Damit hatte ich allerdings bald mit zwei Problemen zu tun: Die Stücke wurde auf anderen Seiten verwendet, ohne dass ich die Zustimmung dazu erteilte und es erreichten mich häufig Anfragen nach den Lizenzbedingungen für eine Nutzung. Das erste war mir nicht recht und das zweite machte mir Arbeit – in den meisten Fällen gab ich eine Standard Antwort.
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Usability

Bernd am Dienstag, 23. März 2010

Ich kann Menschen, die angeben, nicht leiden. Deshalb würde es mir auch niemals in den Sinn kommen, den PageRank 6, den meine Seite Classical Piano Midi Page derzeit hat, besonders zu erwähnen. Wenn allerdings keiner zuguckt, freue ich mich daran, dass ich von so vielen Seiten verlinkt werde und im Google Verzeichnis
Arts/Music/Sound_Files/Classical/
so weit oben stehe neben renommierten Seiten wie Classical Archives oder Kunst der Fuge. Ich habe mich oft gefragt, wie es dazu gekommen ist. Es gibt bessere Seiten als meine und vor allen Dingen viel bessere Künstler. Ich habe lediglich darauf geachtet, leicht erreichbar zu sein und dass die Besucher mit wenigen Klicks schnell an die gewünschte Musik herankommen. Das habe ich bei Jakob Nielsen gelesen und das hat mir sehr eingeleuchtet. Die Umsetzung war auch nicht wirklich schwierig, mein Layout ist ja eher bescheiden, um nicht zu sagen, minimalistisch.
Im Gegensatz dazu stehen die Seiten vieler Künstler, die alle der Meinung sind, dass gute Seiten Flash animiert sein müssen. Vielleicht sind es auch die Webdesigner, die es ihnen einreden. Tatsächlich werden grosse Künstler über ihren Namen gefunden und nicht über Suchbegriffe. Die Seite stellt eine Visitenkarte dar und dient weniger der Informationsbereitstellung. Für alle anderen ist aber ein solches Hochglanz Layout der beste Weg, die Inhalte vor den Suchmaschinen und damit auch vor den möglichen Interessenten zu verbergen.
Erstaunlich, dass sich offenbar so wenige mit dem Thema auseinander setzen. Dabei ist es doch so einfach.

Aktivitäten in Wikimedia

Bernd am Dienstag, 09. März 2010

2007 entschloß ich mich, einige meiner Stücke der Classical Piano Midi Page auch in Wikimedia bereit zu stellen. Dazu mußte ich erstmal eine Voraussetzung erfüllen: Ich mußte die Lizenz auf eine Creative Commons Lizenz umstellen. Dieser Entschluß fiel mir nicht ganz leicht und ich habe einige Wochen mit mir gerungen. Letztlich war mir aber die freie Verfügbarkeit der Musik wichtiger, als der mögliche Geldverdienst, den ich aber ohnehin als unrealistisch einschätzte. Am 1.4.2007 stellte ich dann die Lizenz um und stellte einige Stücke in Wikimedia ab. Zunächst mischte ich MIDI- mit OGG-Dateien, später nahm ich aber nur noch das OGG-Format. Die Stücke sind auf meiner Benutzerseite zu finden.
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Eigener Server bei 1&1

Bernd am Montag, 01. März 2010

Seit dem 19.2.10 habe ich meinen eigenen Server bei 1&1. Zwar reichte mein Webhostingpaket, das ich bin dahin hatte, gerade noch aus, aber ich spielte schon seit Jahren mit dem Gedanken, mehr Möglichkeiten nutzen zu können. Diese bietet mir das neue Paket reichlich: Mehr Webspace, unbeschränkten Traffic, 100 MySQL Datenbanken und 2 gespiegelte Festplatten. Die Überraschung war noch, dass ebenfalls ein Shell Zugang (SSH) enthalten war, was ich vorher in der Beschreibung nicht gelesen hatte. Da läßt sich so manches realisieren, war bis man bis dahin aus Ressourcengründen nicht umgesetzt hat. Die Umstellung lief fast problemlos – das Einzige, was ich selber zu tun hatte, war der Transfer der Datenbanken. Dies ist mit Dump relativ einfach, allerdings war mir zunächst nicht klar, wie ich das iso-8859-1 Format korrekt auf UTF-8 umzusetzen hatte. Durch Ausprobieren fand ich heraus, dass der Dateimport der alten Daten mit dem Format latin5 das gewünschte Ergebnis lieferte. Das war dann wirklich das Einzige, bei dem nicht alles auf Anhieb so klappte, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Zum Tode des Freiherrn von Gravenreuth

Bernd am Sonntag, 28. Februar 2010

Vor wenigen Tagen wurde ich durch die Nachricht überrascht, dass Günter Freiherr von Gravenreuth seinem Leben ein Ende gemacht hat. Ich habe das Treiben dieses als „Abmahnanwalt“ bekannten Anwalts einige Jahre verfolgt und habe, glaube ich, noch nie etwas Positives über ihn gelesen. Er hatte erkannt, dass die Selbstbedienungskultur des Internet fortlaufend Verstöße gegen das Urheberrecht provozierte und nach sich zog und hat das konsequent und unerbittlich gegen die Verletzer des Rechtes eingesetzt. Ich halte das Urheberrecht allerdings grundsätzlich für eine hohe Errungenschaft der Gesellschaft. Ohne ein solches Gesetz würden die Kreativen Werke schaffen und andere ihnen diese wegschnappen und damit Geld verdienen. Aus diesem Grund müssen auch Rechtsverstöße im Internet korrigiert und ggf. geahndet werden. Es darf aber nicht dazu führen, dass Hobby Webseitenbetreiber plötzlich vor hohen Kosten stehen oder gar in den Ruin getrieben werden, nur weil sie einen falschen Link gesetzt haben. Hier ist die Praxis der Durchsetzung des Urheberrechtes überarbeitungsbedürftig, vielleicht sogar das Gesetz selber. Bis dahin ist zu befürchten, dass noch viele im Sinne des Verstorbenen weiter agieren werden.