Erstellung von MIDI Sequenzen

Die Erstellung meiner MIDI Sequenzen läuft in folgender Weise ab: Zunächst übertrage ich die Noten des Musikstückes in meinen MIDI Sequenzer (Sonar 2.0) mittels eines graphischen Editors. Dabei versehe ich die Noten mit einer dem Stück angepaßten Lautstärke, aber noch auf einer ungenauen Ebene. Zudem stelle ich ein geeignetes Grundtempo ein. Sobald ich ein paar Takte editiert habe, höre ich mir die Musik auf meinem Digitalpiano an, das ständig mit dem PC verbunden ist. Dann wird die Lautstärke der einzelnen Töne nachjustiert und schon gewisse Temposchwankungen – auch hier gibt es einen graphischen Editor – eingebracht. Bei Akkorden werden die unteren Töne auf eine geringere Lautstärke gesetzt (80-85%), damit sie nicht zu massiv klingen. Sobald ein wesentlicher Teil eines Satzes fertiggestellt ist, beginnt die Feinjustierung: Ich mache eine Probeaufnahme über die Audio Schnittstelle und schaue mir den Wellenverlauf in einem Audio Editor (Audacity) an, ob der Verlauf der Lautstärke dem Charakter des Stückes entspricht – hierzu vergleiche ich auch in der Regel mit einer Referenzaufnahme. Falls hier noch Schwächen im Verlauf zu erkennen sind, justiere ich nach.
Besonderen Wert lege ich auch auf die Feineinstellung des Tempos. Ich baue viele Schwankungen ein, damit das Stück lebendig und im Idealfall wie eine Liveeinspielung klingt. Gerade Tonwiederholungen klingen schrecklich ohne Tempovariationen; eine besondere Herausforderung sind Triller. Beispiel eines Tempoverlaufs bei Liszts Rhapsodie Nr. 2:



Man sieht, dass bei dynamischen Verläufen sich das Tempo innerhalb eines Taktes mehrmals ändern kann. Dies ist wohlgemerkt alles handgemacht und kostet viel Zeit, die aber nach meinem Verständnis eine notwendige Investition darstellt. Das fertige Resultat im freien Vorbis OGG-Format hört sich dann so an: Liszt: Ungarische Rhapsodie Nr. 2

Mit dieser Arbeitsweise kann die Produktion einer Minute Musik mehrere Stunden dauern. Natürlich gibt es im Verlauf des Stückes Wiederholungen von Themen, so dass diese schneller gehen. Wenn ich täglich eine Stunde arbeite, sitze ich 2-3 Wochen an einem 5-Minuten Stück. Das erlaubt mir, pro Monat ein Stück zu veröffentlichen, was auch derzeit mein Schnitt darstellt.

Tags: , , , , , , ,

Kommentare sind geschlossen.