Archiv für März 2010

Erfolgreicher Urknall

Bernd am Dienstag, 30. März 2010

Wie man heute in der Presse lesen konnte, haben es die Forscher im Atomforschungszentrum CERN geschafft, Protonen mit annähernd Lichtgeschwindigkeit aufeinander knallen zu lassen. Dabei wurden Bedingungen geschaffen wie unmittelbar nach dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren. Ich bin zu wenig Physiker, um dieses Ereignis richtig würdigen zu können. Mir ist nur klar, dass es eine große Tat ist. Man hofft, daraus wichtige Erkenntnisse ziehen zu können.
Die ganzen Befürchtungen, die manche als Folge dieses Experiments hatten, sind ja nun glücklicherweise nicht eingetreten. Vielleicht schafft man es ja auch eines Tages, den Knall nicht nur im Kleinen, sondern in der ursprünglichen Größe zu wiederholen. Das wäre dann in der Hand derer, die es können, tatsächlich eine Waffe, die nicht zu toppen wäre. Oder eine Chance auf einen Neuanfang.

Schönes Würzburg

Bernd am Dienstag, 30. März 2010

Würzburg, Alte Mainbrücke


Würzburg, Festung Marienberg


Mein Ausflug nach Würzburg am 24.3.2010.

Musikalisches Analphabetentum

Bernd am Sonntag, 28. März 2010

In einer ZDF Show wurden gestern drei Unterhaltsmusiker gefragt, ob sie Noten lesen können. Alle drei verneinten. Die ebenfalls anwesende Anna Netrebko äußerte dazu, dass man zum Musik Machen nicht unbedingt Noten lesen können müsse. Mag sein, dass sie das als Tribut an eine Unterhaltungssendung so formuliert hat – ernst gemeint haben kann sie das wohl zumindest für ihre Branche kaum. Was mich aber wundert, dass Musiker, die jahrelang Musik machen, kein Interesse an der Notation von Musik haben. Es klingt auch nicht so, als ob sie sich dafür schämen, sondern sie scheinen irgendwie auch noch stolz darauf zu sein.
Ich verstehe, dass Menschen, die lediglich Musik komsumieren, sich für die Notation nicht interessieren. Ich kann mir auch vorstellen, dass es für manche zu schwierig ist, obwohl sie begabte Musiker sein können. Was mir schwerfällt, ist zu begreifen, dass Musiker sich einfach dafür nicht interessieren und ohne dem auskommen. Sie können neue Stücke nur einüben, wenn sie es vorgespielt oder vorgesungen bekommen? Absonderliche Vorstellung!
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Lorin Maazel neuer Chefdirigent in München

Bernd am Samstag, 27. März 2010

Lorin Maazel ist zum neuen Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker gewählt worden und tritt damit ab 2012 die Nachfolge von Christian Thielemann an. Erfreulich ist, dass eine Stadt soviel Geld in die Kultur investiert, da Maazel als teuerster Dirigent der Welt gilt. In der Zeit ist zu lesen, dass er wohl selber verwundert war, in seinem Alter noch einen solchen Vertrag angeboten zu bekommen. Erstaunlich auch, wie er in dem Artikel mit seinem Alter kokettiert. Die Süddeutsche ist in ihrem Artikel mit der Überschrift „Habemus Opapam“ wesentlich kritischer. Ich selber bin sehr gespannt, ob Maazel in den nächsten Jahren sein künstlerisches Niveau halten kann und werde sicher mal die Gelegenheit nutzen, eines seiner Konzerte zu besuchen.

Erste Frühlingsausfahrt

Bernd am Donnerstag, 25. März 2010

Das Fahrrad ist mein bevorzugtes Mittel, um mir körperliche Fitness zu beschaffen und zu erhalten. Das Ziel sind mindestens drei Ausfahrten pro Woche von jeweils 30 km. Das reicht aus für eine Grundfitness, wenn ich mehr will, dehne ich die Strecke auf 60 km oder mehr aus. Leider fühle ich mich bei kühlen Temperaturen auf dem Fahrrad nicht wohl und so warte ich jeden Winter sehnsüchtig auf den Frühling.
Eine besondere Rolle spielt der erste Tag im Jahr, an dem ich mich auf das Fahrrad setze und dieser Tag war heute. Er ist die Initialzündung für aktive Körperlichkeit und ändert mein Lebensgefühl für den Rest des Jahres. Ich fange hier zunächst mit einer kleinen 15 km Bergstrecke an, um mich erst einmal wieder hineinzufühlen und vorsichtig an die Belastungen heranzutasten. Der Sinn ist weniger ein meßbarer Leistungszuwachs als das Signal: Jetzt geht es los. Wenn ich das ein paarmal gemacht habe, stelle ich auf die Standardstrecke um. Was mich allerdings jedes Jahr ärgert, ist die Tatsache, dass es immer wieder etliche Wochen dauert, bis man die Winterfaulheit abgeschüttelt hat und eine einigermaßen gute Figur macht. Subjektiv tritt dann irgendwann einmal ein Zustand ein, in dem man sich leistungsfähig fühlt und dies als ausgesprochen wohliges Empfinden wahrnimmt.
Dieses Jahr wollte ich nicht wieder soviel Zeit im Winter verlieren und habe mir ein Ergometer gekauft. Seit Anfang des Jahres sitze ich dreimal pro Woche jeweils eine halbe Stunde drauf und trete mit ca. 100 Watt Durchschnittsleistung. Das ist nicht besonders viel, aber ich versprach mir davon, dass ich im Winter nicht so zurückfalle. Meine erste Ausfahrt hat mir gezeigt, dass ich mit dieser Einschätzung richtig lag.
Und so konnte ich nicht nur das schöne, frühlingshafte Wetter, das unbeschreibliche Gefühl der ersten Ausfahrt mit der verbundenen Vorfreude auf den Sommer, sondern auch eine ungewohnte Leistungsfähigkeit zu diesem frühen Zeitpunkt genießen. Es lief so geschmiert, als hätte ich schon einige Wochen Training hinter mir. Das hat mir einen doppelten Kick gegeben und jetzt bin ich hochmotiviert für weitere Taten. 2.500 km habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen – ich bin gespannt, ob es klappt.

Usability

Bernd am Dienstag, 23. März 2010

Ich kann Menschen, die angeben, nicht leiden. Deshalb würde es mir auch niemals in den Sinn kommen, den PageRank 6, den meine Seite Classical Piano Midi Page derzeit hat, besonders zu erwähnen. Wenn allerdings keiner zuguckt, freue ich mich daran, dass ich von so vielen Seiten verlinkt werde und im Google Verzeichnis
Arts/Music/Sound_Files/Classical/
so weit oben stehe neben renommierten Seiten wie Classical Archives oder Kunst der Fuge. Ich habe mich oft gefragt, wie es dazu gekommen ist. Es gibt bessere Seiten als meine und vor allen Dingen viel bessere Künstler. Ich habe lediglich darauf geachtet, leicht erreichbar zu sein und dass die Besucher mit wenigen Klicks schnell an die gewünschte Musik herankommen. Das habe ich bei Jakob Nielsen gelesen und das hat mir sehr eingeleuchtet. Die Umsetzung war auch nicht wirklich schwierig, mein Layout ist ja eher bescheiden, um nicht zu sagen, minimalistisch.
Im Gegensatz dazu stehen die Seiten vieler Künstler, die alle der Meinung sind, dass gute Seiten Flash animiert sein müssen. Vielleicht sind es auch die Webdesigner, die es ihnen einreden. Tatsächlich werden grosse Künstler über ihren Namen gefunden und nicht über Suchbegriffe. Die Seite stellt eine Visitenkarte dar und dient weniger der Informationsbereitstellung. Für alle anderen ist aber ein solches Hochglanz Layout der beste Weg, die Inhalte vor den Suchmaschinen und damit auch vor den möglichen Interessenten zu verbergen.
Erstaunlich, dass sich offenbar so wenige mit dem Thema auseinander setzen. Dabei ist es doch so einfach.

HP-Taschenrechner

Bernd am Sonntag, 21. März 2010

Seit HP (Hewlett-Packard) 1972 den ersten Taschenrechner HP-35 auf den Markt gebracht hat, war ich stets ein begeisterter Anhänger dieser Geräte. Dies lag einmal daran, dass es zu dieser Zeit noch nichts Vergleichbares gab, an dem tollen Aussehen, dem perfekten Tastendruck und nicht zuletzt an der umgekehrten polnischen Notation (UPN), die Unwissende wegen des fehlenden Gleichheitszeichens auf der Tastatur ziemlich ratlos gemacht hat. Eine Sensation war es, als HP 1974 den ersten programmierbaren Taschenrechner HP-65 herausgab. Das Ding war ein elektronisches Wunderwerk und das absolute Objekt meiner Begierde. Es hatte 9 Speicherregister und konnte 100 Tastenbefehle abspeichern. Was aus heutiger Sicher lächerlich erscheint, eröffnete damals schier unbegrenzte Möglichkeiten. Es dauerte Jahre, bis ich mir das Wunderding für über 1000 DM leisten konnte und endlich in Händen hielt. Es war einfach perfekt, es war ein Kultobjekt und ich glaube nicht, dass ich jemals wieder so eine fast emotionale Beziehung zu einem Gerät aufgebaut habe. Leider weiß ich nicht mehr, wo das Gerät geblieben ist – möglicherweise schlummert es noch in irgendeiner Kiste auf dem Dachboden. Danach gab es noch den HP-41C, der als erster eine alphanumerische Tastatur hatte und den ich heute noch besitze – allerdings arbeitet er seit einigen Jahren nicht mehr.
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Die Farbe des Frühlings

Bernd am Samstag, 20. März 2010

Transkription von Beethovens Violinkonzert nach Klavier

Bernd am Mittwoch, 17. März 2010

Als ich das Stück das erste Mal im Radio hörte, dachte ich, das kenne ich doch. Klar, das ist Beethovens Violinkonzert. Aber irgendwas stimmte nicht: Der Solopart wurde nämlich nicht von der Geige, sondern von einem Klavier gespielt. Tatsächlich hat Beethoven sein Violinkonzert auch für Klavier gesetzt. Beim Anhören habe ich aber nicht verstanden, warum er das getan hat. Es scheint für das Klavier keine besondere Herausforderung zu sein und es kann die Schönheiten des Violinkonzertes nicht richtig wiedergeben. Gerade da, wo die Geige die Töne so richtig ausspielen kann, kann das vom Klavier nicht richtig nachempfunden werden. Ebenfalls kommt das virtuose Element der Originalkonzertes beim Klavier nicht so richtig zur Geltung. Es wirkt irgendwie wie eine schlechte Kopie des Violinkonzertes. Um das Klavier mit all seinen Möglichkeiten und Schönheiten zu hören, bleibt also nur eines: Seine originalen Klavierkonzerte anhören.

Beethovens Neunte

Bernd am Sonntag, 14. März 2010

Immer öfter habe ich in letzter Zeit Beethovens neunte Sinfonie gehört – entweder zu politischen Anlässen in Europa oder neuerdings auch ausschnittsweise in der Werbung. Dies liegt vor allen Dingen daran, dass das Hauptthema des letzten Satzes zur Europahymne ernannt wurde und dementsprechend auch politisch und wegen des populären Charakters werbeträchtig eingesetzt wird.
Nun halte ich diese Sinfonie für ein großartiges Werk und wie bei allen populären Werken besteht die Gefahr, dass man es zu oft hört und eine gewisse Sättigung, ja vielleicht auch Überdrüssigkeit entsteht. Dies läßt sich in der Regel dadurch steuern, dass man es einfach eine Weile nicht mehr hört und nach einiger Zeit dann neu aufsetzt. Bei der politischen Verwendung eines Werkes tritt allerdings ein weiterer Effekt ein: Man kann es nicht mehr neutral und unbefangen hören, weil es im Bewußtsein immer mit dieser Verwendung verbunden ist. Damit wird das Werk politisch instrumentalisiert. Ich weiß nicht, ob es Beethoven gefallen hätte – ich mag es nicht.